Wolfgang Roloff-Ronny
10.03.1930 - 18.08.2011
© Bilder by Norbert Unfried, Wolfgang Roloff, Gerd Ziemke 2025
Ronny musikalische Biografie
Wolfgang Roloff – Ronny
Wolfgang Roloff, bürgerlich Wolfgang Roloff, wurde am 10.03.1930 geboren.
Sein Privatleben war ihm stets „heilig“, weshalb es nur wenige private Informationen über ihn
gibt. Anfang der 1960er-Jahre heiratete Ronny seine Frau Frauke. 1964 kam ihr Sohn Peter
zur Welt.
Bevor er unter dem Namen „Ronny“ bekannt wurde, arbeitete er in verschiedenen Bands, die
unter anderem für amerikanische Soldaten in Clubs auftraten. In einigen Orchestern war er als
Bassist tätig.
Seine ersten Erfolge hatte Wolfgang Roloff bereits 1953 mit dem „Valerie Trio“ („The
Valerie Trio“). Die Erstbesetzung des Trios bestand aus Valerie Hueck, Wolfgang Börner und
einer heute unbekannten Person. Diese dritte Person war jedoch nur kurz Mitglied und wurde
anschließend durch Mac Gregor (Marx Gregor) ersetzt. Als Marx Gregor bessere Angebote
erhielt, verließ auch er das Trio. Schließlich kam Wolfgang Roloff zum „Valerie Trio“.
In dem Film „An jedem Finger zehn“ ist das Trio kurz zu sehen. Mitwirkende waren unter
anderem Bibi Johns, Kenneth Spencer und Hans Albers. Von diesem Film gab es zwei
verschiedene Fernsehausstrahlungen; in einer davon war das Valerie Trio in mehreren Szenen
zu sehen.
Das Trio trat bis etwa 1958 in verschiedenen Varietétheatern in ganz Europa auf. Valerie
Hueck verstarb in den 1970er-Jahren; ein genaues Datum ist mir leider nicht bekannt.
Anschließend wurde aus dem Trio ein Duo. Gemeinsam mit Wolfgang Börner nahm W. Roloff
ab 1959 beim Label Polydor Singles unter den Pseudonymen „Eddy & Bob“ sowie später
„Bob & Eddy“ auf. W. Roloff nannte sich dabei Bob Hill, während Wolfgang Börner als Eddy
Börner auftrat.
Drei Aufnahmen von „Bob & Eddy“ waren lange unveröffentlicht und sind dank Bear Family
inzwischen auch auf CD erhältlich.
Beim Label Adano nahm Wolfgang Roloff unter seinem bürgerlichen Namen ebenfalls eine
Single auf. Zusammen mit Rolf Simson bildete er das Duo „Die Colorados“ beim Label
Philips. Außerdem war er als Produzent tätig und wirkte im Hintergrund mit Jürgen Wagner
als „Rocky und die Montana Boys“.
In den Jahren 1961–1962 nahmen Wolfgang Roloff und Werner Last – der Bruder von James
Last – zwei Singles beim Label Philips auf, diesmal unter dem Pseudonym „The Blizzards“.
Daraus entstand das Gerücht, Ronny habe im Orchester von James Last gespielt,
was jedoch nicht zutrifft.
Doch Wolfgang Roloff sang nicht nur – es gab auch Instrumentalaufnahmen von ihm. Diese
nahm er im Stil von Les Paul auf, dem US-amerikanischen Gitarristen, der maßgeblich an der
Entwicklung moderner Aufnahmetechniken beteiligt war und als Pionier des „Multitrack
Recordings“ sowie zahlreicher Echo- und Halleffekte gilt.
Unter Namen wie „Das Orchester Melodia“, „Geck & Gag“, „Truman Baker and His
Orchestra“, „The Telstars“, „Maxim Boris and His Orchestra“ und „Roger Ford
and His Orchestra“ veröffentlichte er diese Instrumentalaufnahmen.
1963 bewies sich Wolfgang Roloff erneut als Sänger: Nun nannte er sich „Otto Bänkel“ und
sang Titel wie „Des Klempners Töchterlein“ und „Das kommt vom vielen …“. Allerdings
erschien nur diese erste Single („Elite Special 269 305 TF“)
mit seiner Stimme unter diesem Namen auf beiden Seiten.
Die späteren Aufnahmen unter dem Namen „Otto Bänkel“ wurden hingegen von Karl-Heinz
(Charlie) Goldbeck eingesungen.
Als Produzent veröffentlichte Roloff außerdem die Single „Die Palinos“ auf dem Label
Mandolino Records (AK 513). Auf der A-Seite ist Ronny stimmlich deutlich herauszuhören.
Beide Titel der Single – „Lindenbaum“ sowie die B-Seite „Tief drin im Böhmerwald“ –
stammen aus der Feder von Rolf Simson und Wolfgang Roloff. Es handelt sich dabei jedoch
nicht um das bekannte Volkslied von Andreas Hartauer.
Eine weitere Single („Die Palinos – Baluba, o Baluba“, Mandolino AK 512) steht hingegen
nicht mehr in Verbindung mit Wolfgang Roloff und Rolf Simson.
Ebenfalls 1963 nahm Wolfgang Roloff die Single „Oh My Darling Caroline“ auf, mit Hans
Hee als Texter – diesmal unter dem Pseudonym „Ronny (Berger)“.
Horst Fuchs, Inhaber des Idee-Verlags sowie Musikproduzent zahlreicher Aufnahmen für
Telefunken, Electrola und Ariola, unterstützte Ronny, indem er die Veröffentlichung bei
Telefunken durchsetzte, obwohl man dort zunächst wenig begeistert war. Dafür war ihm
Ronny stets sehr dankbar und arbeitete bis zu seinem Lebensende mit Intermaster, dessen
Inhaber Horst Fuchs war, zusammen.
Am 07.09.2010 verstarb Horst Fuchs in Hamburg.
Auf den Plattenlabels Opera und Viennaphon gab es ebenfalls einen Sänger namens „Ronny“
– dabei handelte es sich jedoch um Werner Stiegel. Wolfgang Roloff war dies damals nicht
bekannt; andernfalls hätte er vermutlich einen anderen Künstlernamen gewählt.
In dem Western „Die schwarzen Adler von Santa Fe“ wurde sein Hit „Kenn ein Land“
verwendet.
Es folgten zahlreiche weitere Erfolge von Ronny, darunter „Kleine Annabell“, „Anja, Anja“,
„Eine kleine Träne“, „Darling Good Night“, „Laura, oh Laura“, „Er war nur ein armer
Zigeuner“ und „Kein Gold im Blue River“. Letzteren sang Ronny auch auf Niederländisch
unter dem Titel „Geen goud im Blue River“. Viele weitere Hits schlossen sich an.
Ronny, der schon immer lieber im Hintergrund arbeitete, war auch als Produzent sehr aktiv.
So entstanden zahlreiche SNB-Aufnahmen. Als Produzent arbeitete er unter anderem mit
Silva Manos, Jürgen Wagner, Sigi Hoppe, Klaus Jacob, Mel Jersey, Maria Prado, Karl-Heinz
(Charlie) Goldbeck sowie Bobby-Rono-Witte und vielen weiteren Künstlern zusammen.
Dann kam Heintje: Auf ihn wurde Ronny durch Addy Kleijngeld aufmerksam gemacht.
Gemeinsam mit Addy Kleijngeld und Hans Hee produzierte er mit Heintje einen Hit nach
dem anderen und trug so maßgeblich dazu bei, ihn zu einem der größten Kinderstars seiner
Zeit zu machen.
Ronny, der stets gern mit Musik experimentierte, veröffentlichte 1977 unter dem Pseudonym
„Truman Bley’s African-Rhythm-Machine“ eine Single, gemeinsam mit Pete(r) Bauchwitz
(alias Peter Osborne bzw. Peter Bancroft). Diese Aufnahmen wurden in Mittel- und
Südeuropa ein großer Erfolg. Sie sind zwar untypisch für Ronny, aber dennoch sehr gelungen.
1979 entstand gemeinsam mit Thirsty Moon die LP „Starchaser“, die 1981 veröffentlicht wurde.
Beim Titel „Lovers on the Run“ übernahm Ronny die Background-Vocals, während er
bei „The Seals“ Soundeffekte mit der Geige beisteuerte.
Als Autor verwendete Wolfgang Roloff verschiedene Pseudonyme, darunter
Wolf Hausmann, W. Hausmann, Hausmann, Peter Hayhouse und P. Hayhouse.
1981 veröffentlichte K-Tel die LP „Stimme der Heimat“, verbunden mit einem Fernsehauftritt
in der Sendung „Unsere schönsten volkstümlichen Lieder“, in der Ronny „Hohe Tannen“ sang.
1984 ließ sich Ronny noch einmal dazu überreden, eine weitere LP
aufzunehmen: „Stimme des Meeres“.
2005 nahm er zu Ehren von Heintje gemeinsam mit Heintje Simons den Titel
„Sierra Madre del Sur“ als Duett auf. Diese Aufnahme war zugleich seine letzte.
2013 wurden zwei bislang unveröffentlichte Lieder auf CD herausgebracht:
„Lachen und Weinen“ sowie „Magdalena, Darling“ in einer spanisch gesungenen Version. Diese
Aufnahmen wurden von Ronnys Sohn Peter im SNB-Studioarchiv entdeckt. Es existieren
darüber hinaus noch weitere, sehr schöne, bislang unveröffentlichte Lieder.
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Als de dag ten einde gaat (Niederländisch gesungen - Wenn der Tag zu Ende geht)
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Los jinetes negros pasanya (Spanisch gesungen - Schwarze Reiter ziehen durch die Nacht)
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My Bonnie Is over the Ocean (Schnellere Version) Auf YouTube !
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Oh My Darling Caroline (Spezialschluss)
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Rebeca (Spanisch gesungen - Rebecca)
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Una sola vez (Spanisch gesungen - Eine kleine Träne)
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Wolgalied (Niederländisch gesungen)
Am 18.08.2011 verstarb Wolfgang Roloff („Ronny“) friedlich in Bremen. Die Beerdigung
fand in aller Stille auf dem Friedhof Bremen-Walle statt – ganz nach seinem Wunsch im
engsten Familienkreis.
Am 17.04.2024 verstarb auch Frauke Roloff. Im Nachlass seiner Mutter fand
Peter Roloff eine weitere Aufnahme von Ronny mit dem Titel „De schönsten Johren“.
Das SNB-Studio ist verpachtet.
Peter Roloff, Filmemacher und Produzent, lebt heute mit seiner Familie in Berlin.